| Protokolle
Zwei kurze eigene Protokolle von
Behandlungsstunden von L. (Mädchen, 5 Jahre) sollen - mit eingeholter
Erlaubnis der Eltern - eine Skizzierung möglicher Behandlungsabläufe
aufzeigen:
1. Stunde Die Eltern klagen
über immer wieder auftretende hyperaktive Schübe des Kindes. L.
läuft dann ungestüm herum und ist in ihrer Aktivität, die
sichtlich erschöpfte Mutter zu provozieren, nicht zu bremsen. Das hat
schon viele Spannungen und Streitereien erzeugt. L. hat in den letzten
Jahren zunehmend ihre Hyperaktivität reduzieren können, u.a. durch
homöopathische Medikamente, Heileurythmie und die liebevolle klare
Betreuung im Kindergarten. Einige wenige osteopathische Behandlungen im Alter
von 3 Jahren haben leider kein Ergebnis gebracht.
Vom Kinderarzt wurde jetzt eine
Sehschwäche des rechten Auges festgestellt und die Mutter meint, es sei
einen Versuch wert, vor dem Augenarztbesuch einen Behandlungsversuch mit
Craniosacraler Osteopathie zu starten, da L. doch mittlerweile ruhigeren
Therapieformen zugänglicher sein könnte.
L. liegt ruhig (!) auf der Liege, sie
geniesst den flächigen Kontakt meiner Hände, die wie ein "Zelt" auf
ihrem Kopf liegen. Eine grosse Spannung am Occiput (Hinterhaupt) fällt
gleich auf. Die Membranen (Hirnhäute) sind ebenfalls unter starker
Zugspannung. Der Craniale Rhythmus (CRI) kommt zwar regelmässig aber nur
schwach zum Ausdruck. Ich dekomprimiere (entlaste) das Occiput und es dauert
eine Weile, bis sich die Spannung löst. Zum Glück kann L. es ruhig
geniessen.
Als die Spannung sich - begleitet von
einem ruhigeren und tieferen Atmen - löst, kommt der CRI besser zum
Vorschein. Nach einigen Massmovements am Schädel
(Flüssigkeitstmobilisierungstechnik) lässt L., die anfängt,
schläfrig zu werden, die tiefer gehende Arbeit an den Membranen zu. Ich
stapele die Dura (Membranenentspannungstechnik) und L. schläft ein. Noch
eine ganze Weile begleite ich den CRI, der jetzt schön und kräftiger
durchkommt.
2. Stunde (14 Tage
später) Die Zwischenzeit war für L. und ihre Eltern relativ
harmonisch. Das nächtliche Einnässen, von dem mir die Mutter erst
jetzt berichtet, hat sich verblüffenderweise reduziert, L. hat einige
"trockene" Nächte gehabt. Jetzt erzählt mir die Mutter noch, dass
L. auch wegen Kopfschmerzen beim Kinderarzt gewesen sei und dieser eine
Blockierung in der Brustwirbelsäule festgestellt habe. Seit der ersten
Behandlung klage sie jedoch nur noch selten über Kopfschmerzen. Ich
taste die Wirbelsäule sanft durch und spüre in der oberen und
mittleren Wirbelsäule eine Unbeweglichkeit und einen
Muskelhartspann. L. sitzt auf dem Schoss der Mutter und nach einer kurzen
Stapelarbeit der Symphysis sphenobasilaris (für die Craniosacrale Arbeit
sehr wichtiger Bereich an der Schädelbasis) gehe ich die Wirbelsäule
Wirbel für Wirbel stapelnd (spezielle Technik) durch. Zwischendurch
muss L. immer wieder einmal aufstehen und im Raum umherlaufen, bevor sie wieder
bereit ist, ruhig zu sitzen. Der CRI ist ruhig, mittelkräftig und
gleichmässig. Die Spannung am Occiput ist nicht wiedergekehrt.
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